Türkismühle
Ich muss jeden Tag zur FH mit der Bahn fahren, da diese sich in einer anderen Stadt befindet. Dabei beträgt der Zeitunterschied zwischen meinem Zug und einem Zug, der ab der gleichen Gleis in eine vollkommen andere Richtung geht, nur 5 Minuten. Es kam schon zwei mal vor, dass ich einen falschen Zug nahm. Einmal war es an dem Tag, als ich eine Klausur schreiben sollte. Ich erkannte, dass ich im falschen Zug sitze, als ich bereits 2 Haltestellen vom Bahnhof weg war. Ich stieg in einem Dorf aus. Ein Freund von mir konnte mich rechtzeitig daraus abholen und zur FH bringen. Der zweite mal passierte mir, als ich zur Abnahme fuhr. Ich setzte mich in den Zug und bekam sofort ein komisches Gefühl zu spüren, als ob irgendwas nicht stimmt. Danach stieg ich an der nächsten Haltestelle aus und begriff, dass ich im falschen Zug war. Zum Glück kam mein Zug durch diese Stadt vorbei und ich verlor somit keine Zeit.
Ich dachte, es muss schon was wichtiges in dieser Stadt sein, wohin ich irrtümlicherweise beinahe gelangte. Schließlich passierte es mir bereits zwei mal und nicht an einem unwichtigen Tag, sondern, als ich eine Klausur bzw. Abnahme schreiben sollte. Die Stadt, wohin der „falsche“ Zug fuhr, heißt Türkismühle. Gestern entschied ich mich, eine Reise nach Türkismühle zu unternehmen.
Ich nahm diesmal bewusst den Zug nach Türkismühle. Meine Stimmung war perfekt. Das Wetter war gut und die Landschaft im Fenster des Zuges war sehr zu genießen. Ich fuhr durch schöne Steinberge und einen Fluss vorbei und dachte darüber nach, wie viele schöne Fotos ich in Türkismühle machen werde. Die erste Ernüchterung kam, als der Zugbegleiter uns mitteilte, dass aufgrund der Wartungsarbeiten, der Zug nicht mehr weiter fahren kann und wir Schienenersatzverkehr benutzen sollen. Ich nahm dann einen Ersatzbus und fuhr bis zur nächsten Stadt fort, wo ich wieder auf einen Zug umsteigen sollte. Insgesamt musste ich 3 Mal zwischen Zügen und Bussen pendeln.
Als ich schließlich nach Türkismühle kam, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Es war gar keine Stadt, sondern ein Dorf, das sich irgendwo zwischen den Wäldern von Saarland verkrochen hatte. Der Platz wirkte so leer und unheimlich, dass ich nicht mehr als eine Stunde da aushalten konnte und das, obwohl ich die ganzen 2 Stunden für die Fahrt einstecken musste. Zum Glück konnte ich einen direkten Zug nach Hause nehmen und musste nicht mehr auf Schienenersatzverkehr ausweichen.
Hier ist das einzige Foto, das ich machen konnte:

